Die Krankenschwester aus dem All

Saturday, March 28, 2009 Posted by Ftbar

Von Matt Cohen

Zu viele Leute, du und ich eingeschlossen, sitzen da und fragen sich, ob wir wirklich aus dem all kommen. Natürlich kommen wir aus dem all. Es wird Zeit, daß wir aufhören darüber nachzugrübeln un daß wir anfangen uns einen Überblick zu verschaffen. Ich habe einen Freund namens Arthur. Jeder hat einen Freund namens Arthur. Es ist ein sehr häufiger Name. Arthur wohnt in einem Zimmer in einem leeren Haus. Er wacht jeden Morgen Punkt sieben auf. Das ist der Lauf der Welt.


Eines Morgens, als Arthur aufwachte, regnete es. Er hörte, wie der Regen vom Dach seines leeren Hauses tropfte. Und er hörte das spitze Klappern hoher Absätze, von dem die Melodie des Wassers elegant überlagert war. Er setzte sich Regenschirm ging an seinem Haus vorbei. An der Ecke blieb sie stehen, nahm einen Schokoladenriegel aus der Tasche ihres Regenmantels und aß ihn. Als sie fertig war, warf sie das Einwichelpapier auf Arthurs Rasen und überquerte die Straße. Der Klang ihrer hohen Absätze wurde mit zunehmender Entfernung schwächer, und Arthur legte sichwieder auf sein Bett. Er hörte dem Wasser zu, das in Bächen vom Dach herab auf die Erde rann. Dann stand er auf und ging hinunter in die Küche.

Wie jeder aus dem all ist Arthur ein furchtbar fauler Mensch. Er arbeitet selten, seine Wäsche ist in erbärmlichem Zustand, und meistens vergißt er, seine Armbanduhr aufzuziehen. Obwohl er immer gewußt hat, daß era us dem all stammt – seine Mutter hat es ihm gesagt – hat er es sich nie richtig klargemacht. Er hätte einen Beruf daraus machen, seltsame Kleidung tragen und Leute interviewen können. Oder er hätte ins Elektronik-Geschäft einsteigen und seine Abende mit der Konstruktion eines Radargerötes verbringen können. Stattdessen hat Arthur ein gänzlich neuartiges Hobbz entwickelt: er zieht in leere Häuser ein und macht Entwürfe für die Inneneinrichtung. Leider hat er keinerlei Sinn für Farben und Proportionen, so daß seine Entwürfe völlig uninteressant sind. Jack Kerouac hat einmal geschrieben, man sole für alles offen sein und alles spontan geschehen lassen: Die Musen kümmern sich schon um ihre Schützlinge. Arthur folgt diesem Rat. Mit ihm sprechen ist, wie wenn man duscht. Über aus dem Kopf zu erstellen.

Untern in der Küche tat Arthur das, was er morgens immer tut. Er trank Orangensft, aß zwei Scheiben Toast und trank eine Tasse Kaffee. Dann ging er nach oben und zog sich an. Es war genau sieben Uhr dreiunddreißig. Arthur,angezogen und gesättigt, ging nach draußen,um das schokoladenpapier von seinem Rasen aufzuheben. Er steckte es in die Tasche, nahm es mit ins Haus und machte sich nochmal eine Tasse Kaffee. Dann setzte er sich an den Küchentisch und starte die Wand an.

Es gibt viele Gründe,warum Leute aus dem All auf der Erde postiert worden sein können. Eine Möglichkeit ist, daß irgendwann in der Zukunft ein außerridisches Raumschiff auf der Erde lander und die Macht übernehmen will. In den Weihnachtsferien traf ich einen Ex-Priester, der diesen Standpunkt vertrat. Er starmmte aus Neufundland. Nach seiner Theorie sind Umweltverschmutzung,Krieg und Elend völlig belandglos, weil sie allen Spaß machen und eines Tages sowieso fremde Wesen aus dem All kommen und alles in Ordnung bringen. Wir ein Hebel betätigt,und wir treten alle in Aktion. Bis es so weit ist,leben wir unser Leben ungeschickt und ohne Verbingdung untereinander und gelten auf der irdischen Welt als Parasiten. Das gehört alles dazu.

Aber Arthur starrte nicht an die Wand, weil er darauf wartete, daß der unsichtbare Hebel betätigt wurde. Er ist hier auf der Erde,um etwas zu tun,was andere Erdbewohner nicht tun können. So füllt Arthur beispielsweise leere Häuser. Er zieht ein und macht alle möglichen Entwürfe. Die Tatsche, daß die Entwürfe furchtbar sind, spielt keine Rolle: Sie bedeuten Liebe;was Arthur auszeichnet ist das Wissen darum,daßleere Räume Liebe brauchen. Darum sind sie leer. Es ware schön, eine rührende Geschichte über Arthurs Liebe zu leeren Räumen zu schreiben. Man könnte eine hübsche Miniatur verfassen,wie Arthur am Ufer des Ontario-Sees sitzt und den Himmel mit Liebe füllt. Oder über Arthur in der U-Bahn. Order über Arthur in einem Zigarrenladen. Aber das ist nicht die Geschichte,über Arthur geschrieben werden muß;die ist vielmehr eine Krankenschwester-Geschichte zu schreiben,bin ich in der Sex-Szene steckengeblieben. Wie machen es Krankenschwestern? Natürlich wie alle anderen auch,aber es muß doch besondere Fantasien geben,ein einzigartiges Bewußtsein, eine paar esoterische zeichnen. Ich schäme mich,es zuzugeben,aber ich habe noch nie mit einer Krankenschwester geschlafen. Arthur auch nicht. Er war noch nicht einmal einer Krankenschwester begegnet.

Ich werde geschwätzig. Geschwätzig ist etwas,was ein Text nicht sein sollte. Gute Texte sind spannend, knapp,wie fliehende Gazellen. Meine Frau,die kein geschwätziger Mensch ist, hat die unglückliche Eigenschaft,eine gute Zuhörerin zu sein. Sie sagt,daß die Menschen, während sie eifrig daherschwätzen,kaum wahrnehmbare Signale aussenden,die einem verraten,wie man ihrer Meinung nach sein sollte. Wer diese Signale nicht auffängt,kommt aus dem All. Und wer sie auffangen kann,wäre wahrscheinlich froh,es nicht zu können.

Arthur ist deratt unempfänglich für diese Signale,daßer es wahrscheinlich nicht einmal glauben würde,wenn man ihm sagte, daß da gerade welche kommen. Er würde glauben,man will ihn belästigen. Arthur glaubt ständig,daß die Leute kommen offensichtlich,daß Arthur Arthur ist,daß es aussichtslos wäre,ihn zu irgend etwas bewegen zu wollen. Sogar für eine Krankenschwester. Arthur gähnte und rieb sich die Augen. Es kamihm so vor, als wenn er jeden Tag ein bißchen früher aufwachte. Das ist einer der Vorteile,wenn man ein vermögender Mann ist. Er räklte sich auf seinem Stuhl. Die Bewegung machte aufmerksam. Er zog es heraus und breitete es vor sich auf daß die Tisch aus. Er las die Liste der Zutaten und stellte fest,Papier um: in gleichmäßiger,sauberer Handschrift stand dort ein Name und eine Telefonummer Katherine Smith,R.N.756-5123. Registered Nurse,staatlich geprüfte Krankenschester.

Eine weitere Theorie über das Weltall besagt,daß es bereits mehrere Arten entwickelter Wesen gibt, die auf Planeten weit enfernt von der Erde leben. Die haben ein intergalaktisches Abkommen getroffen,welches sich auf eine Polizeitruppe von Robotern stützt. Immer wenn jemand einen anderen angreift,sieht es ein Roboter und schaltet den Angreifer aus. Arthur und ich hatten einmal bei mir einen Film mit dieser Handlung im Fernsehen gesehen. Der Standpunkt,den der Mann aus dem All vertrat(ein Standpunkt,den die Erdenmenschen kaum in der Lage waren zu begreifen), war der,daß die Erde ihre technischen Möglichkeiten jetzt so weit entwickelt hatte, daß sie bald eine Bedrohung für andere Planeten sein würde. Es ist wissenschaftlich erwiesen,daß wenn e seine Stadt von der Größe New Yorks auf dem Mars gäbe, wir sie von der Erde aus sehen könnten.

Arthur stand vom Stuhl auf und ging ins Wohnzimmer. Das Wohnzimmer war es noch leerer als es sonst vielleicht gewessen wäre. Er setzte sich auf den Sims des Erkerfensters und schaute hinaus auf die Straße. Er versuchte, sich ins Gedächtnis zu rufen, wie die Frau ausgesehen hatte, aber er erinerte sich nur noch an das Klappern ihrer hohen Absätze als Kontrapunkt zum Regen. Für eine Prostituierte war ihre Handschrift sehr ordentlich. Er hatte immer geglaubt, Prostituierte seinen unkultiviert. Aber sie war ja außerdem Krankenschwester. Welche Krankenschwester würde wohl ihren Namen und ihre Telefonnummer an einem Ort hinterlassen,wo einfach jeder sie finden konnte?

Ein wichtiges Indiz gab es. Sie hatte innegehalten und einen Augenblick gewartet,bevor sie die Straße überquerte. Vielleicht hatte sie das Papier extra für ihn dagelassen. Das war nicht auszuschließen. Vielleicht wohnte sie in der Nähe und hatte ihn kommen und gehen sehen. Möglicherweise den Mut verloren und statt dessen das Schokoladenpapier hinterlassen. Schließlich war es eine gepflegte Wohngegend.

Die wichtigste Regel,die man beachten muß,wenn man eine Kurzgeschichte schreibt, ist die,daß jedes Wort zählt. Jeder autor von Kurzgeschichten und jeder Leser von Kurzgeschichten weiß das,und Arthur war da keine Ausnahme. Er ging zurüch in die Küche,um Katherine Smiths Kurzgeschichte zu untersuchen. Sie umfaßte einen Namen,eine Telefonnummer und die Buchstaben R.N. Ihre Geschichte war so sparsam,daß sie nur zwei wörter,eine Abkürzung und eine Telefonnummer brauchte,um Arthur alles Nötige mitzuteilen. Um zu zeigen,daß sie wußte,was sie tat,hatte sie die ganze Geschichte auf die Rückseite der Verpackung eines Schokoladenriegels geschrieben und so nicht ein einziges Blatt Papier verschwendet.

Als Arthur die Telefonzelle erreichte,zögerte er keinen Moment. Er ging hinein, breitete das Einwickelpapier aus und warf eine Münze ein. Die Frau nahm beim zweiten Klingeln ab. Sie klang sehr kühl und beherrscht.

“Hallo”,sagte Arthur,“da hat jemand ein Schokoladenpapier mit Ihrem Namen und Ihrer Telefonnummer auf dem Rasen vor meinem Haus liegen lassen. Ich dachte, das sollten Sie wissen.”

"Ich weiß es schon," sagte die Frau. "ich selber habe es da liegen lassen."

"Ich muß Ihnen was dazu sagen."

"Sagen Sie es."

"Sie ist einfach zu gut,um veröoffentlicht zu werden." Arthur legte auf und verließ die Telefonzelle. Es war acht Uhr dreißig morgens. Einige Leute standen an der Bushaltestelle Schlange,um zur Arbeit zu fahren. Andere liefen die Straße auf und ab und suchten ein Geschäft, das schon offen hatte. Manche von ihnen trugen leere Einkaufstaschen.

Arthur lief die zwei Blöcke von der Telefonzelle zurück und ging dann nach oben,um sich die Zähne zu putzen. Als er mit dem Zähneputzen fertig war,wntschloß er sich, wieder nach unten zu gehen und die Entwürfe für das Wohnzimmer fertigzustellen. Es war ein großes Zimmer mit einem Erkerfenster,das es noch etwas leerer erscheinen ließ,als es vielleicht sonst gewesen wäre. Er wollte entlang den Wänden Bücherregale aufstellen und einen großen rot-goldenen Teppich in die Mitte auf den Fußboden legen. Als er die Treppe halb hinunter war, klingete es an der Tür. Es war eine Frau,die Frau,die er am Morgen gesehn hatte,Katherine Smith,R.N und Autorin von Kurzgeschichten. Sie sah aus wie etwa fünfunddreißig,hatte ausgeblichenes blondes Haar und,wie Arthur fand,ausgesprochen britische Gesichtszüge.

"Gutten Morgen. Mein Name ist Katherine Smith. Darf ich hereinkommen?"

"Natürlich." Arthur führte sie durch das leere Eßzimmer in die Küche. "Möchten Sie Kaffee?"

"Gerne,danke." Die Frau trug einen hellen Regenmantel,und zwar den selben,den sie zuvor getragen hatte, und hatte eine Handtasche dabei. Sie hängte den Regenmantel über die Stuhllehne und hoöte Zigaretten aus ihr Handtasche.

Arthur rauchte nicht,aber er hatte einen Aschenbecher. Er stellte den Aschenbecher auf den Küchentisch. Katherine Smith zündete sich eine Zigarette an,inhalierte tief und legte sie in den Aschenbecher. Arthur bemerkte,daß Lippenstifspuren auf dem Filter waren. Er füllte den Kessel und schltete den Herd an.

Leute aus dem Weltall erkenen sich gegenseitig,aber sie erwähnen das Thema normalerweise erst, wenn sie gute Freunde geworden sind. Es klingt unglaublich,aber im Grunde ist es nicht anders als beim Sex.

"Schreiben Sie oft um?" fragte Arthur.

"Ja. Manchmal zwanzig- oder dreißigmal. Ich habe bald genug von Schokoladenriegeln.?"

"Woher wissen Sie,welche Worte Sie verwenden sollen?"

"Sie fallen mir nachts ein"

"Was genau ist Ihr Genre?"

"Private Kleinanzeigen,persönliche vor allem. Arthur ,bitte Katherine anrufen. Alles ist verziehen."

"Katherine, Treffpunkt um neun bei mir zu Hause, Arthur."

"Arthur: Das wasser im Kessel kocht."

"Ich hätte gesagt,das Wasser im Topf Kocht."

"Das ist der Unterschied zwischen Profi und Amateur. Der Unterschied zwischen Umgangssprache und Literatur. Mit einem Wort: Der Unterschied.”

“Welche Wort?”

Katherine stand auf und machte den Kaffee. Sie holte Milch aud dem Kühlschrank und nahm zwei Päckchen Zukker aud der obersten Schublade.

“Schlafen Sie gut?” fragte sie.

“Oh,ja.” Sagt Arthur, “ich schlafe immer gleich ein. Aber jetzt bin ich ganz wach. Möchten Sie noch eine Tasse Kaffee?”

“Ich habe diese noch nicht ausgetrunken.”

Arthur saß am Küchentisch und trank geistesabwesend seinen Kaffee. Am frühen Morgen hatte es geregnet – er hatte das Wasser in Bächen vom Dach auf den Boden rinnen hören. Jetzt war die Sonne herausgekommen. Er stellte sich die Wasserpfützen auf der Straße und auf dem Bürgersteig vor.

Die Geschichte nimmt Stück für ihren Lauf. Die allmähliche Entwicklung der Charaktere,das Ingangkommen der Handlung.die Gestaltung einer eigenen Kosmologie – all das findet auf ein paar Seiten statt. Aus diesem Grund leben alle wahren Meister dier Kurzgeschichte in Mansarden.

“Schlafen Sie gut?” fragte sie.

“Nein,” sagt Arthur,“ich wache jeden Morgen früher auf.”

Sie betrachtete ihn eingehend. Wäre seine Herkunft nicht so offensichtlich für sie gewesen, so hätte sie ihn für einen verzweifelten Mann gehalten. Sie hätte gedacht,daß die Welt ihm so viele Narben zugefügt hatte, daß er sich eine Maske aus vorgetäuschter Verrücktheit zugelegt hatte um sich zu verstecken,um die Notwendigkeit auszuschalten,auf irgend etwas zu reagieren. Sie hätte ihn für leer und am Boden zerstört gehalten. Sie hätte ihn an die Hand genommen,sanft die Treppe hinauf geführt und wie ein Baby auf sein schmales Bett gelegt. Geistsabwesend,den Blick aus dem Fenster auf die Straßenecke gerichtet,wo sie ihn aus gezogen und ihn um zehn Uhr vormittags geliebt.

Ein andermal wären sie zum See gegangen. Sie hätten die Möwen am einsamen Himmel betrachtet und seine Leere mit ihrer Liebe gefüllt. Sie hätten am See belegte Brote und Orangen gegessen und den Nachmittag mit Schweigen gefült.

“Möchten Sie mein Haus sehen?”

“Ja,” sagte Katherine.

Er nahm sie an die Hand und frührte sie ins Wohnzimmer,wo sich das Erkerfenster zur Straße hinaus wölbte. Er führte sie die Treppe hinauf und legte sie sanft aufs Bett. Geistesabwesend,den Blick aus dem Fenster auf die Straßenecke gerichtet,wo sie am morgen in Regen gestanden und ihre vollkommene Geschichte verfaßt hatte,zog er sie aus. Dann zog er sich auch selber aus und legte sich unbeholfen neben sie auf das schmale Bett. In der Stille des Vormittags liebte er sie. Sie schloß die Augen und sah die Spuren,die das Rinnen des Regens auf dem Fenster hinterlassen hatte. Am nachmittag ging er mit ihr ins Museum. Sie liefen durch die uralte Leere und erfüllten sie mit dem durchdringenden Geräusch von Katherines hohen Absätzen und dem ruhigen Rhythmus von ihrer beider Atemzügen. Am nächsten sonnigen Tag gingen sie hinunter zum See. Sie sahen einen Reiher,älter und kahler als er hätte sein sollen,am Ufer umherhüpfen und im warmen Wind für sie Kunststückchen machen.

“Ja,” sagte sie, “das ist der Unterschied zwischen Profi und Amateur.” Sie saß bei Arthur in der Küche und aß eine Scheibe Toast. Sie hatten den Abend damit verbracht,einen Roman zu schreiben.

Suche: Altes SchokoladenpapierKostenlose
Abholung und Anlieferung.

“Warum sagen Sie Anlieferung?” fragt Arthur.

“Es gehört zu Abholung. Die Leute wären beunruhigt,wenn es fehlte.”

Arthur kuschelte die Füße in seine Pantoffeln und trank in kleinen Schlucken seine heiße Schokolade. Mit einer Krankenschwester zu schlafen war nicht viel anders, als mit einer gewöhnlichen Frau zu schlafen. Sie erinnerte ihn, wenn auch nur entfernt,an eine Telefonistin,die er früher einmal gekannt hatte.

Jeden Morgen,das ganze Jahr über,wachte Katherine um sechs Uhr auf. Sie zog sich an und ging in ein Restaurant, das die ganze Nacht offen hatte. Dort saß sie und trank Kaffee und schrieb ihre Kurzgeschichte auf ein Schokoladen-papier. Dann wichelte sie die Schokolade wieder ein und ging zurück zum Haus. Wenn sie dort ankam,war es etwa sieben Uhr. Sie blieb einige Augenblicke an der Ecke stehen um sicherzugehen, daß Arthur wach war. Dann ließ sie das Einwickelpapier auf den Rasen vor dem Haus fallen und ging um die Ecke. Es gab dort einen Platz,eine kleine Öffnung in einer Hecke,wo sie unbeobachtet sitzen und nach Arthur Ausschau halten konnte. Nach einer,manchmal nach zwei Stunden kam er aus dem Haus und ging zu einer Telefonzelle. Sobald sie ihn weggehen sah,ging sie in die entgegen-gesetzte Richtung zu ihrer eigenen Telefonzelle.

“Hallo,” pflegte er zu sagen, “jemand hat ein Schokoladenpapier mit Ihrem Namen und Ihrer Telefonnummer auf dem Rasen vor meinem Haus liegenlassen. Ich dachte,das sollten Sie wissen.”

“Ich weiß es schon,” pflegte sie zu erwidern, “ich selber habe es da liegenlassen.”

“Ich muß Ihnen was dazu sagen.” Pflegte er zu sagen.

“Sagen Sie es.”

“Sie ist einfach zu gut,um veröffentlicht zu werden.” Arthur legte auf und verließ die Telefonzelle. Es war acht Uhr dreißig morgens. Einige Leute standen an der Bushaltestelle Schlange,um zur Arbeit zu fahren. Andere liefen die Straße auf und ab und suchten ein Geschäft, das schon offen hatte. Mache von ihnen trughen leere Einkaufstaschen.

Arthur lief die zwei Blöcke von der Telefonzelle zurück zu seinem Haus. Er ging nach oben,umsich die Zähne zu putzen. Als er damit fertig war entschloß er sich,wieder nach untern zu gehen und die Entwürfe für das Wohnzimmer fertigzustellen. Es war ein groés Zimmer mit einem Erkerfenster, das es noch etwas leerer erscheinen ließ,als es sonst vielleicht der Fall gewesen wäre. Als er die Treppe halb hinunter war, klingelte es an der Tür. Es war eine Frau, die R.N und autorin von Kurzgeschichten.

“Gutten Morgen. Mein Name ist Katherine Smith. Darf ich hereinkommen?”

“Natürlich.” Arthur fürhte sie durch das leere Eßzimmer in die Küche. “Möchten sie coffee?”

“Gerne,danke.” Katherine trug ein helles Sommerkleid,und zwar dasselbe,das sie zuvor getragen hatte,und hatte eine Handtasche dabei. Sie holte eine Schachtel Zigaretten aus der Tasche.

Arthur rauchte nicht,aber er hatte einen Aschenbecher. Er stellte den Aschenbecher auf den Küchentisch. Katherine zündete sich eine Zigarette an, inhalierte tief und legte sie auf den Aschenbecher. Arthur bemerkte, daß Lippenstiftspuren auf dem Filter waren. Er fülllte den Kessel und stellte ihn auf den Herd.

Als das wasser im Kessel kochte, stand Katherine auf und machte den Kaffee. Sie hatte etwas Zucker bei sich, Zucker, den sie aus dem Restaurant mitgenommen hatte.

“Wie schaffen sie das bloß?” sagte er. “wie können Sie so consequent sein?”

“Ich weiß nicht,” sagte sie, “das ist wohl der unterschied zwischen Profi und Amateur.”

“Veraten Si emir das Geheimnis Ihrer Kurzgeschichten.”

Sie rührte ihren Kaffee um. “Ein Lektor hat mir einmal gesagt,das Geheimnis einer Kurzgeschichte seine in gutter Schluß.”

“Möchten Sie mein Haus sehen?”

“Natürlich.”

Er nahm sie an die Hand und führte sie ins Wohnzimmer, wo sich das Erkerfenster zur Straße hinaus wölbte. Er legte sie sanft auf den rot-goldenen Teppich. Er zog die Vorhänge zu,so daß das Licht des Vormittags weich zu ihnen hereinfiel. Geistesabwesend,unbeholfen zog er sie im abgedunkelten Licht des Vormittags aus füllte ihre Leere mit Liebe.Geistesabwesend,unbeholfen zog sie ihn im abgedunkelten Licht des Vormittags aus und füllte seine Leere mit Liebe.

Gibt Englisch version hier.

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